Die Unternehmen mit den höchsten Gewinnen der Welt

> Kumulierte Gewinne der letzten Jahre

> Gezahlte Ertragssteuern


Sinn und Zweck der Seite

Es gibt im Internet diverse Listen mit den größten Unternehmen der Welt (z. B. die Forbes-2000- und die Fortune-500-Liste, siehe unter Links). Meist wird die Höhe der Umsätze oder die Marktkapitalisierung (oder beides) als Kriterium für "Größe" herangezogen. Nun kann ein Konzern zwar riesig sein und enorme Umsätze machen, aber trotzdem ständig Verluste produzieren. Letztlich ist der entscheidende Faktor und ja auch das eigentliche Ziel eines jeden Wirtschaftsunternehmens aber immer der Gewinn. (Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber bestimmt nicht bei den multinationalen Großkonzernen.) Nun geben die besagten Ranglisten meist neben den anderen Kennzahlen auch die Profite mit an. Sie bieten aber mit ihren Gewinnangaben für ein einzelnes bestimmtes Jahr immer nur eine Momentaufnahme der Profitabilität des jeweiligen Unternehmens. Welche Firmen wirklich dauerhaft viel verdienen, erfährt man erst durch die Summierung der Gewinne über mehrere Jahre, wobei die Ertragskraft der großen Konzerne auf einer breiteren und zuverlässigeren Basis dargestellt wird. Auch wird durch eine solche Aufstellung noch klarer, welche gigantischen Geldsummen von den sogenannten "Global Playern" (bzw. ihren Besitzern) im Laufe der Zeit eingestrichen werden. In diesem Zusammenhang ist natürlich auch interessant, wie hoch (oder niedrig) die Steuerabgaben, genauer gesagt die Ertragsteuern, dieser hochprofitablen Konzerne sind und waren. Auch hier ergibt sich durch den Blick auf mehrere Jahre eine bessere Einschätzung, wieviel von ihren Profiten die Konzerne letztlich an die Gemeinschaftskassen, also die weltweiten öffentlichen Haushalte abführen.


Wie kommen die Zahlen zustande?

Herkunft der Daten

Es wurden bei über 600 großen Unternehmen aus aller Welt die Jahresberichte (annual reports) der letzten 7 bzw. 8 Jahre hinsichtlich der Finanzkennzahlen durchgesehen. Die Forbes-2000- und die Fortune-500-Liste (siehe oben und Links) sowie die Mitglieder großer Aktienindizes wie Dow Jones Industrial oder EuroStoxx50 wurden dafür durchgesehen und systematisch die in ihnen aufgeführten Firmen einbezogen. Alle Zahlen sind also den originalen Jahresberichten, genauer gesagt den Konzernabschlüssen (financial statements) der Unternehmen entnommen, die auf den Internetseiten der Firmen -- meist unter dem Link Investor Relations -- allgemein zugänglich sind. Die Umsätze (engl. revenues) und Gewinne finden sich dabei in den Gewinn- und Verlustrechnungen (engl. statements of income, statements of earnings oder statements of operations) der Jahresberichte (annual reports) der Unternehmen. Benutzt wurde bei den Gewinnen der Gewinn vor Steuern (income before taxes, manchmal auch EBT = earnings before taxes), der Gewinn nach Steuern (engl. meist net income) und die Angabe über die Steuerzahlung resp. -rückerstattung (provision for / benefit from income taxes) selbst. Diese Angaben finden sich in jeder Gewinn- und Verlustrechnung des Konzernabschlusses eines internationalen, börsennotierten Unternehmens. Nicht berücksichtigt wurden Gewinne bzw. Verluste aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen (discontinued operations) und sogenannte Minderheitsanteile am Gewinn (minority interests). Minderheitsanteile sind die Anteile von Tochterfirmen des Konzerns, die anderen Eignern gehören, sie betreffen also Tochterfirmen, die nicht zu 100% im Besitz des Mutterkonzerns sind. Das Problem sowohl bei den Gewinnen aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen wie auch den Minderheitsanteilen ist, dass in den Abschlüssen der Konzerne fast nie Angaben zum Steueranteil bei diesen Komponenten des Gesamtgewinns gemacht werden, sie also für die Zwecke dieser Internetseite, die eben auch Angaben über die abgeführten Ertragssteuern machen will, weggelassen werden müssen. In aller Regel handelt es sich in beiden Fällen aber nur um relativ kleine Beträge, gemessen am Gesamtgewinn.

Die Bilanzsummen (bei Banken) stammen aus den Bilanzen (statements of financial position) der Banken und stellen die Summe aller Aktiva (bzw. Passiva) dar, engl. total assets. Die Bilanzsumme einer Bank enthält u. a. alle der Bank von Kunden anvertrauten Gelder, weswegen sie als Indikator für die Größe einer Bank dem Umsatz vorzuziehen ist.

Zahlen von Jahresabschlüssen werden relativ oft nachträglich noch einmal leicht verändert (restated), z. B. beim Wechsel zu anderen Bilanzierungsvorschriften (es gibt u. a. das internationale IFRS und das US-amerikanische US-GAAP). Die Daten für diese Website wurden so übernommen, wie sie in den Jahresabschlüssen vorgefunden wurden. Beispiel: Dem Jahresabschluss 2012 eines Unternehmens werden die Daten für die Jahre 2012 und 2011 entnommen (mindestens die Werte des Vorjahres werden in den Abschlüssen zusätzlich zu denen des aktuellen Jahres aufgeführt, manchmal auch die Werte der zwei letzten Jahre). Die Daten für 2011 werden dann -- auch wenn möglicherweise "restated" -- so belassen wie vorgefunden und der eigentliche Jahresabschluss 2011 bleibt unbeachtet.

Die angegebenen staatlichen Anteile stammen aus dem letzten Jahresbericht des jeweiligen Konzerns, wenn dieser eine Liste seiner major shareholders aufführt. Das tun aber längst nicht alle Unternehmen -- in diesen Fällen sind die Angaben meist der Wikipedia oder Börsenseiten wie finanzen.net entnommen.

Stichtag 15. Juni

Da nicht alle (aber die meisten) Unternehmen ein schön sauberes Geschäftsjahr vom 1.1. bis 31.12. haben, musste ein Stichtag festgelegt werden, mit dem bestimmt wird, bis zu welchem Geschäftsjahresende ein Abschluss noch in die 7-Jahres-Tabelle gehört und ab wann in eine -- mögliche weitere -- 8-Jahres-Tabelle. Da ich mit dem Sammeln der Daten im Sommer 2013 begonnen habe, legte ich diesen Stichtag auf den 15.06., was unter anderem heißt, dass alle nach dem 15.06.2014 veröffentlichten Abschlüsse nicht mehr in der 8-Jahres-Rangliste auftauchen. Man könnte auch sagen, das unternehmen-gewinne-steuern.de-Jahr beginnt am 16.06. und endet am 15.06 des Folgejahres.

Beispiel: Microsoft bilanziert -- warum auch immer -- zum 30.06. Das heißt, Microsofts Gewinn- und Verlustrechnung vom 30.06.2014 ist in der 8-Jahres-Tabelle nicht mehr enthalten, sondern zählt schon zu den Abschlüssen des UGS-Jahres 2014/15, also als 9tes Jahr der betrachteten Reihe von Abschlüssen. Oracle dagegen bilanziert zum 31.05. Der Abschluss vom 31.05.2014 ist also als 8ter Abschluss noch in den Zahlen der 8-Jahres-Tabelle enthalten und gehört zum UGS-Jahr 2013/14. Wie man sieht, gibt die jeweilige Zahl des "UGS-Jahres" den Zeitabschnitt an, in dem die Abschlüsse dieses Jahres liegen; die verwendeten Abschlüsse des UGS-Jahres 2013/14 liegen z. B. zwischen dem 16.06.2013 und dem 15.06.2014.

Das erste hier verwendete UGS-Jahr ist das vom 16.06.2006 bis 15.06.2007.

Währungsumrechnung

Bei Unternehmen, die nicht in USD bilanzieren, wurde für die jeweilige Bilanzierungsperiode, also das Geschäftsjahr (meistens, aber nicht immer, 1.1. bis 31.12.) der Durchschnitt des Wechselkurses der Bilanzierungswährung zum US-Dollar über diesen Zeitraum relativ präzise bestimmt und mit diesem Wert die Umrechnung bewerkstelligt. U. U. stelle ich später auch einmal meine Umrechnungstabellen hier hinein, damit jeder interessierte Besucher der Seite mein Vorgehen komplett nachvollziehen kann.